Auch die Chinesen haben unsere Daten

Der nächste Datenskandal um den Social-Media Riesen ist da. Das Unternehmen hat eingeräumt, dass chinesische Handyhersteller Nutzerdaten erhalten haben, ein Aspekt, der dem Konzern wieder viel negative Kritik einbringt. (Book Catalog, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/, www.flickr.com)

Nach den vergangenen Skandalen um Facebook und die Weitergabe von Nutzerdaten, ist nun herausgekommen, dass auch chinesische Handyhersteller an solche Daten vom Social-Media Riesen herankamen. Dies hat der Konzern eingeräumt.

Zu den chinesischen Unternehmen zählen unter anderem der drittgrößte Handyhersteller Huawei, aber auch der PC-Hersteller Lenovo, welche nur zwei von den 60 potenziellen Firmen sind. Die Herausgabe der Nutzerdaten basiert auf Verträgen, wodurch auf Informationen zugegriffen werden konnte. Auch sensible Daten wie der Familienstand, religiöse Überzeugungen, politische Positionen und Facebook-Freunde seien abrufbar gewesen. Technisch wurde dies den Herstellern durch die API-Schnittstellen möglich, welche bereits im Cambridge Analytica als Skandal dienten, um Daten abzuleiten.

Als Android sowie iOS sich noch nicht als Betriebssysteme durchgesetzt hatten, sei somit über diese Schnittstellen sichergestellt worden, dass Facebook auf unterschiedlichen Systemen laufen konnte. Facebook erteilte den Herstellern die Erlaubnis, Facebook-ähnliche Versionen zu entwickeln, um Facebook zu nutzen. Ime Archibong, Facebooks Vice President Product Partnerships, betont jedoch, in einer Stellungnahme, dass “wir sie von Anfang an eng überwacht” haben. Mittlerweile würden diese Schnittstellen jedoch vielfach geschlossen werden, weil sie für die heutige Nutzung von Facebook nicht mehr nötig seien.

Gegenaktion seitens der US-Regierung

Insbesondere den Hersteller Huawei hätten die die US-Geheimdienste als nationale Sicherheitsbedrohung eingestuft, weshalb geprüft werde, ob der Konzern eine Strafe auferlegt bekomme. Es stehe sogar die Position, seitens des Handelsministeriums, im Raum, dass Huawei keine US-Produkte mehr für die Handyherstellung erhalten solle, wie zuvor der chinesische Kommunikationsanbieter ZTE. Dies könnte dazu führen, dass die Betriebssoftware Android Huawei nicht mehr zur Verfügung gestellt werde.