Dezentralisierung durch die Blockchain am Beispiel “Space.Cloud.Unit”

Dieser Gastbeitrag stammt von Matthias Steinwachs, Öffentlichkeitsarbeit bei dal33t GmbH/PowerFolder (Foto: profit image,
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Wenn dem Begriff “Cloud” etwas allumfassend Sphärisches anhaftet, so stecken in der nüchternen Realität doch handfeste, zentrale Rechenzentren dahinter. Mit dem Projekt “Space.Cloud.Unit” (SCU) will die dal33t GmbH, Entwickler der deutschen Dropbox-Alternative PowerFolder, den Cloud-Markt zukünftig vereinfachen und dezentralisieren – und setzt dabei auf die Blockchain-Technologie. 

Wer heutzutage Speicherplatz in der Cloud benötigt, wählt zwangsläufig bei einem der großen Cloud-Service-Provider ein Paket, das seinen Bedürfnissen irgendwie am nächsten kommt. Unflexible Preismodelle, nicht individualisierbare Angebote, offene, Compliance-relevante Fragen zu Speicherort, Redundanz oder Sicherheit und die fehlende Kompatibilität der verschiedenen Lösungen untereinander gehören zu den bekannten Nachteilen dieses aktuellen Prozederes. Denen will das Projekt “Space.Cloud.Unit” (SCU) mit Hilfe der Blockchain-Technologie zu Leibe rücken.

Herzstück von SCU ist ein Marktplatz, auf dem Cloud-Space-Anbieter und Cloud-Space-Suchende zusammengeführt werden. Dort können die Nutzer ihre ganz individuellen Wünsche bezüglich der Speichergröße, des Speicherortes/Standorts der Server, des Zeitraums und der Verfügbarkeit spezifizieren und platzieren. Anbieter wiederum stellen dort ihrerseits entsprechende Angebote ein. Anfragen und Angebote werden dann komplett automatisiert abgeglichen und zusammengeführt. Anschließend wird ebenso automatisiert in Echtzeit ein digitaler Kauf- und Servicevertrag (ein “Smart Contract”) geschlossen, der auf der Blockchain-Technologie basiert. Zahlungsmittel ist die eigens zu schaffende Kryptowährung “SCU-Coins”, die ebenfalls auf der Blockchain generiert wird.

So können sich Nutzer für sie passgenaue Lösungen von verschiedenen Anbietern zusammenbauen, ohne sich langfristig an einen einzelnen binden zu müssen – und ihre Daten zum Beispiel auch gezielt dezentral auf mehrere Serverstandorte ausschließlich in Deutschland verteilen – und das alles über eine einheitliche Benutzeroberfläche. Zudem werden auch Kosten gesenkt, da nur für das gezahlt wird, was wirklich benötigt wird, Strukturen und Hierarchien insgesamt flach gehalten werden können und die Blockchain den Einsatz von vermittelnden Kontrollinstanzen überflüssig macht. Vor allem aber sorgt die Blockchain in der “Space.Cloud.Unit” für Transparenz, Sicherheit von Daten und Verträgen und schnellen Transaktionen ohne Bearbeitungszeiten – Aspekte, die auch für die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung gefordert sind.
So zeigt das Beispiel “Space.Cloud.Unit”, dass von der Blockchain-Technologie  nicht nur die in dem Zusammenhang schon oft angeführten  Banken, Versicherungen oder Kryptowährungen, sondern auch viele andere Bereiche von Wirtschaft und Verwaltung von ihr profitieren können; die Möglichkeiten der Blockchain sind noch lange nicht ausgereizt.