Webseiten zum Schürfen von Kryptowährungen missbraucht

Kryptowährungen wie Bitcoin sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Webseiten werden für das Abschürfen von Rechenleistung instrumentalisiert. (fdecomite, cc by 2.0, flickr.com)

Der Wert von Kryptowährungen ist in den letzten Monaten rapide angestiegen. Währungen wie Bitcoin erlangen gerade bei Investoren in der Finanzbranche Popularität. Wurden Bitcoin früher eher zu illegalen Transaktionen im Darknet verwendet, sind sie heute in der Finanzbranche immer beliebter. Da Kryptowährungen in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, weckt das Begehrlichkeiten.

In diesem Zusammenhang entwickelt sich das Abschürfen von Rechenleistung ahnungsloser Anwender zu einem neuen Phänomen, den das IT-Sicherheitsunternehmen Sophos registriert hat. Der Security Evangelist bei Sophos, Michael Veit, beobachtet den Trend, dass der Bitcoin-Hype “Goldgräber” anzieht, welche Kryptowährungen wie Bitcoin und Minera heimlich auf den Rechnern ahnungsloser Webseiten-Besucher schürften.

Bei dieser Aktion, welche in der Regel nicht als gesetzeswidrig gilt, läuft eine Anwendung mit dem Namen Coinhive im Hintergrund der Webseite, die deren Aufbauprozess extrem verlangsamt. Während des verzögerten Ladens schürft das installierte Skript Kryptowährung. Der Webseitenbetreiber ist Nutznießer, da er von Coinhive Geld bekommt. Obwohl das Schürfen nicht grundsätzlich illegal ist, hat es doch einen Beigeschmack, da der Endanwender nicht darüber aufgeklärt wird.

Durch den heimlichen Prozess entsteht dem User nur vergleichsweise wenig Schaden, doch wird die Rechenleistung seines PCs herabgesetzt und die Akku-Laufzeit verringert.

Mining auf dem Vormarsch

Michael Veit, Security Evangelist bei Sophos, sieht die Zweckentfremdung von Rechenleistung privater Geräte noch nicht gestoppt. Seit Ende November hat Sophos 10.000 Webseiten registriert, die Coinhive verwendeten. Neben Coinhive gibt es weitere Spielarten dieser “Schürfprogramme”. Mirai zum Beispiel infiltriert IoT-Botnetze, um Bitcoins zu schürfen. Die Rechenleistung auf diese Art abzugraben, wird für Cyberkriminelle immer lukrativer, weshalb Mining sicherlich weiter auf dem Vormarsch bleibt.