Regierungs-Webseiten in Belgien gehackt

Die Webseite der Stadt Antwerpen wurde für Stunden durch Hacker lahmgelegt (hier die Liebfrauenkathedrale in der Antwerpener Altstadt). Betroffen war auch die Webseite des belgischen Verteidigungsministeriums. (Foto: BS/Sjaak Kempe, cc by 2.0, flickr.com)

Zwei Webseiten der belgischen Regierung sind Berichten von Cyber-Sicherheitsexperten zufolge zeitweise durch Hacker lahmgelegt worden. Verdächtigt wird die pro-türkische Gruppe ANT (Aslan Neferler Tim, zu deutsch „Löwensoldaten“) die bereits mit Attacken in den Niederlanden und Dänemark in Verbindung gebracht wird.

Die Webseite des belgischen Verteidigungsministeriums und die der Stadt Antwerpen waren Ende Oktober jeweils von einer Distributed Denial-of-Service-Attacke (DDoS-Attacke) betroffen und für mehrere Stunden nicht erreichbar. Die Gruppe ANT hatte die Verantwortung per Facebook übernommen und der belgischen Regierung eine Unterstützung der kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Ende Oktober war es in Antwerpen zu Unruhen gekommen, als ein Bus von PKK-Unterstützern durch ein türkisch geprägtes Stadtviertel gefahren war. Berichten nach wurde der Bus von der Antwerpener Polizei begleitet.

Analysten des IT-Sicherheitsanbieters FireEye zufolge sind die Hackerangriffe auf die Regierungs-Webseiten sehr wahrscheinlich eine Reaktion von ANT auf diese Unruhen. „Dieser Angriff entspricht dem Verhaltensmuster von ANT, das wir in der Vergangenheit bereits beobachten konnten, sowohl was die Techniken als auch die Zielauswahl anbelangt“, erklärt John Hultquist, Director of Cyber Intelligence Analysis bei FireEye. „DDoS-Angriffe wie diese können leicht als Bagatelle abgetan werden, aber sie gehen oft komplexeren Aktionen voraus wie beispielsweise gezieltem Datendiebstahl oder destruktiven Angriffen.“