Neuer Baustein der Sicherheitsarchitektur

ZITiS-Präsident Wilfried Karl betonte den Dienstleistungscharakter seines Hauses und freut sich auf den Aufbau der neuen Behörde in den kommenden fünf Jahren. (Foto: BS/Dombrowsky)

Mit Errichtung der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) mit Sitz in München wurde zum 6. April 2017 ein neuer zentraler Dienstleister im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums geschaffen. Dieser – Bestandteil der Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland – soll als Forschungs- und Entwicklungsstelle gewährleisten, dass das Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz und Bundespolizei angesichts der großen Herausforderungen mit Cyberbezug auch zukünftig in der Lage sind, ihren Auftrag zu erfüllen. Hierzu werden in der Behörde, die selbst über keine operativen Befugnisse verfügt, Expertise und Kompetenzen gebündelt, um entsprechende Synergieeffekte nutzen zu können, wie ZITiS-Präsident Wilfried Karl den Teilnehmern der PITS in Berlin erläuterte.

Ausbau auf 400 Mitarbeiter

Sein Haus soll hierzu in den nächsten fünf Jahren von derzeit 120 (bewilligten) Stellen stufenweise auf 400 Mitarbeiter ausgebaut werden. Dann soll auch der Neubau auf dem Uni-Campus in München fertig sein. Die vorläufigen Räumlichkeiten bis zur Fertigstellung wird ZITiS, nachdem Ende August die offizielle Eröffnung erfolgte, nun im Oktober beziehen.

Zu Beginn werde sich ZITiS insbesondere auf drei Geschäftsfelder konzentrieren, so Karl. Dies sind die Digitale Forensik, die Telekommunikationsüberwachung sowie Krypto- und Big Data-Analysen. „Unsere Arbeit darf kein Selbstzweck sein, sondern muss eng an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet sein“, machte Karl deutlich. Um dies zu gewährleisten, sind diese in einem Beirat vertreten, der über einstimmige Entscheidungen Einfluss auf die Arbeit von ZITiS nehmen könne.

Impulsgeberfunktion“

Wichtig ist dem ZITiS-Präsidenten insbesondere auch die Funktion seines Hauses als „Impulsgeber“, der zudem neue Trends frühzeitig erkenne und vorausschauend plane, um nicht von Entwicklungen überrascht zu werden. In diesem Zusammenhang unterstrich Karl die Bedeutung von Forschung und Vernetzung mit weiteren Akteuren wie etwa der Bundeswehr oder dem wissenschaftlichen Bereich im IT-Sicherheits-Cluster in München und darüber hinaus.

Eine der schwierigsten Aufgaben der nächsten Zeit ist für Karl die Personalgewinnung. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass es ZITiS durch die Verbindung von Spitzentechnologie und Forschung sowie dem „Startup-Charakter“ der neuen Behörde gelingen werde, geeignete Fachleute zu gewinnen.